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Islam: Weltbild
Schöpfungsgeschichte
Es gibt nur wenige Angaben über
die Erschaffung der Erde und des Weltallts. In Sure 41,8 ff wird berichtet,
dass Gott
die Erde
in zwei
Tagen schuf, Berge über sie setzte und ihr in vier Tagen die Nahrung
für alle Kreaturen gleich zuteilte. Dann machte er den Himmel,
der bisher Rauch war und schuf daraus 7 Himmel in zwei Tagen. Spätere
Erklärungen besagen, daß die Welt aus dem Nichts durch das
Schöpfungswort Allahs geschaffen sei. Über den Himmeln lägen
noch höhere Regionen und die sieben Abteilungen des Paradieses,
unter der Erde sechs Höllen. Den ersten Menschen Adam schuf
Allah, wie dies auch die Bibel berichtet, aus Lehm und Wasser und
hauchte ihm seinen
Atem ein. Die Engel schuf er aus Licht, die Dschinnen (Geister) aus dem
Gluthauch der Wüste. Der Teufel (Iblis, Scheitan) gehört
zu den Dschinnen (Sure 18,48) oder zu den Engeln (Sure 2,32). Er
wollte sich
aus Hochmut nicht auf Gottes Befehl vor Adam niederwerfen und wurde deswegen
verflucht, bis zum Gerichtstag den Menschen zu verführen,
wie er dies bei Adam und Eva bereits tat.
Man sieht, daß diese
Vorstellungen im wesentlichen aus der jüdisch-christlichen
Mythologie entnommen sind. Sie wurden später zu einem komplizierten
System von Spekulationen erweitert, nach welchem Allah vor der
materiellen Welt geistige Potenzen
ins Dasein rief.
Naturwissenschaft
Durch Berührung mit der griechischen Kultur entstand
eine islamische Naturwissenschaft und Philosophie, welche die aristotelische
und platonische Lehre weiterentwickelte und soweit möglich, mit
dem Islam verschmolz. Wichtige Namen sind al-Kindi (um 850), al-Farabi
(um 950),
und Ibn Sina (Avicenna), der viel von europäischen Scholastikern
zitiert wurde. Abu Bekr Ibn Tofail in Europa als Abubekr bekannt (gestorben
1185), Ibn Ruschd (Averroes in Eurpoa, gestorben 1198). Diese Denker
beeinflussten die europäische Scholastik sehr stark. Als großer
islamischer Theologe gilt al Ghasali (gestorben 1111), der in metaphysischen
Systemen
strenge Rechtgläubigkeit und mystische Verinnerlichtung verband.
Eschatologie, Endzeiterwartung
Nach persisch-jüdisch-christlichem Vorbild wird die Welt immer schlechter,
bis ein Mahdi auftritt, der ein goldenes Zeitalter bringt. Danach beginnt
das Weltende. Äußere Zeichen sind das Erscheinen des Daddschal
(Vergleichbar dem Antichrist und die Wiederkunft Jesu-Isa). Isa wird
den Antichristen töten, dann heiraten und den Islam verkündigen.
Nach vierzig Jahren wird er in Medina sterben und dann folgt das jüngste
Gericht. Zuerst bläst der Engel Israfil die Posaune, worauf alles
Leben tot niederfällt. Ein weiterer Posaunenstoß bewirkt
dann die Auferstehung der Toten, danach kommt das Gericht. Die Guten
gehen
über eine Brücke (es Ssiret), die scharf wie ein Rasiermesser
ist und ins Paradies führt. Die Bösen gleiten auf ihr aus
und fahren in die Hölle.
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