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Seneca Lucius Annaeus ~ 4 vuZ - 64uZ
Lebensdaten
Geboren um 4 vuZ in Corduba (dem heutigen Cordoba). Seine
Ausbildung bekam er in den Bereichen Rhetorik, stoische Philosophie und
praktische Politik
in Rom. Danach übte er eine Rechtspraxis aus. Er litt unter Asthma
und Lungenschwäche und spielte oft mit dem Gedanken, sich umzubringen.
Im Jahre 33 nuZ wurde er zum Quästor gewählt. Zwei Jahre später
heiratete er Pompeia Paulina, mit der Seneca bis zu seinem Tod im Jahre 65
nuZ in überraschender Beständigkeit lebte.
Nachdem Seneca das Vermögen seines Vaters (Lucius Annaeus Seneca der Ältere,
55 nuZ - 40 nuZ) geerbt hatte, gab er die Rechtspraxis auf und wurde Schriftsteller.
Er war jetzt finanziell unabhängig.
Im Jahre 40 nuZ wurde Cremutius Cordus von Kaiser Caligula zum Selbstmord
gezwungen. Seneca schrieb daraufhin eine Trostschrift (consolatio) an dessen
Tochter Marcia. Aus Neid auf Senecas rhetorisches und schriftstellerisches
Talent wollte Caligula ihn hinrichten lassen, verzichtete dann aber darauf,
nachdem Freunde erklärt hatten, daß Seneca bald an Schwindsucht
sterben werde.
Während der Zeit des Kaisers Claudius (41-54 nuZ) wurde Seneca von
diesem wegen ungehöriger Beziehung zu Julia, der Tochter des Germanicus,
angeklagt. Der Senat verurteilte ihn zum Tode, doch Claudius wandelte das Todesurteil
in eine Verbannung auf Korsika um, weil er nicht wollte, daß ihm die
Schuld für den Tod eines so bedeutenden Schriftstellers zukomme. Seneca
verbrachte acht Jahre (41-49 nuZ) auf Korsika unter einem primitiv entwickelten
Volk. Anfangs nahm er das Unglück der Verbannung mit stoischer Ruhe hin
und schrieb seiner Mutter Helvia Trostbriefe consolationes. Nach einigen Jahren
jedoch schrieb er aus Verzweiflung die Consolatio ad Polybium mit demütiger
Bitte um Begnadigung. Dies erbrachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg
und so versuchte er sein Leiden mit der Niederschrift von Tragödien zu
lindern.
Im Jahre 48 nuZ wurde Messalina, die dritte Frau von Claudius, wegen Ehebruchs
und schlechten Einflußes auf Claudius hingerichtet.
Daraufhin heiratete Agrippina Claudius und gewann dadurch an Einfluß.
Sie suchte für ihren elfjährigen Sohn einen Aristoteles. Dafür
bot sich der nach Korsika verbannte Seneca an. Er wurde zurückgerufen
und erhielt einen Platz im Senat.
Seneca fungierte fünf Jahre als Neros Erzieher und fünf weitere Jahre
leitete er den Staat. Während dieser Zeit schrieb er für Nero und
die Welt unter anderem die Werke "Vom Zorn", "Von der Kürze
des Lebens" und "Von den Wohltaten".
Außerdem vervielfachte er sein Vermögen und zog finanziellen Nutzen
aus seiner amtlichen Stellung.
Sein Vermögen wurde zu dieser Zeit auf circa 300 Millionen Sesterzen geschätzt
(zum Vergleich: Der Tageslohn eines Arbeiters betrug 4 Sesterzen).
Im Jahre 58 nuZ beschuldigt Publius Suilius ihn als Heuchler, Ehebrecher
und als jemanden, der gegen den Reichtum wettere, selbst aber 500 Speisetische
aus Zedernholz und Elfenbein zur Schau stelle. Ähnlich wie Caesar widerlegte
Seneca diese Beschuldigungen in seinem Werk "Vom glückseligen Leben" und
bemerkte, daß der Weise nicht zur Armut verpflichtet sei, sofern er sein
Geld ehrlich verdient habe. Außerdem müsse der Weise fähig
sein, es aufzugeben. Er selbst führte in einem gut ausgestattetem Haus
ein asketisches Leben (trank Wasser, aß wenig, schlief auf harter Matratze),
weil er der Meinung war, daß "die Schärfe des Denkens duch
die Massenhaftigkeit der Nahrung beeinträchtigt werde".
Seneca bezeichnete sich selbst als einen unvollkommenen Weisen ("Ich preise
das Leben, nicht wie ich es führe, sondern wie ich weiß, daß es
geführt werden müsse"). Er war ein guter Regent, deckte aber
zu viele Verbrechen Neros (Anzeichen, daß er als Erzieher versagt hat)
.Er ließ nach den Worten seiner Zeitgenossen "viel Übles durch,
damit ein Gutes geschehe". Diese Tatsache drückte so sehr auf sein
Gewissen, daß er sich oft wünschte "die Irrwege der Macht gemieden
zu haben".
62 nuZ wollte Seneca die Regierungsgeschäfte aufgeben, aber Nero entließ ihn
nicht aus seinem Amt. Im Jahre 64 nuZ kam es zu einem großen Brand
in Rom. Um die zerstörten Gebäude wieder aufbauen zu können,
forderte Nero Geld von den Leuten. Seneca spendete einen Großteil seines
Vermögens und wurde daraufhin aus seinem Amt entbunden. Er zog sich ganz
vom Hof zurück und verbrachte viel Zeit in den campanischen Villen, wo
er von 63-65 die "Epistulae morales" schrieb.
Im Jahre 65 nuZ wurde Seneca von Kaiser Nero, seinem früheren Schüler,
angeklagt, an einer Verschwörung zugunsten einer Thronbesteigung Pisos
beteiligt gewesen zu sein. Seneca entgegnete, er habe kein Interesse mehr an
Politik und er wolle nichts anderes, als in Frieden zu leben.
Von Pompeiji, wo er lebte, nach Rom vorgeladen, wählte er den Freitod
mit seiner Frau im Kreise seiner Freunde.
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