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Monod Jacques Lucien 1910 - 1976
Lebensdaten
Geboren am 9. Februar 1910 in Paris, gestorben am 31. Mai 1976.
Jacques Monod wurde in Paris geboren, verbrachte
jedoch seine Kindheit in Südfrankreich. Sein Vater war Künstler, war aber dem Fortschritt
und der Wissenschaft sehr aufgeschlossen. Er hatte Darwin gelesen und
weckte schon früh das Interesse des Sohnes an der Biologie.
Monod studierte an der Universität Paris.
Er beginnt mit seinen Forschungsarbeiten zu einer Zeit, in der sich die
Genetik im Aufschwung befindet.
1931: Monod wird Mitarbeiter des Pasteur-Instituts in Paris
1936: Durch Erhalt eines Stipendiums verbrachte Monod ein Jahr in den
USA bei Thomas Hunt Morgan, dem Begründer der Fruchtfliegen-Genetik.
Nach seiner Rückkehr nach Paris wendet er sich jedoch von den Genen
ab, denn er ist von ihren Produkten, den Proteinen fasziniert. Diese
sind
es, meist in Form von Enzymen, die alle Reaktionen in der Zelle steuern
und somit die Grundlage jedes Lebens schaffen.
1965: Monod erhält den Nobelpreis für Physiologie und Medizin,
den er sich mit André Lwoff und Francois Jacob teilt. Jacques Monod
und François Jacob beschrieben das sogenannte "Operon-Modell"
der Genregulation. Dieses Modell erklärt, daß die Zellen ihre
Genaktivitäten regulieren, indem sie die richtigen Gene zum geeigneten
Zeitpunkt ein- oder ausschalten.
1967: Professor für Molekulare Biologie am Collège de France
Ende der 60-er Jahre hielt Monod am Collège de France in Paris
einen Vortrag darüber, daß das Leben auf der Erde durch Zufall
entstanden sei und auch der Mensch lediglich das Ergebnis einer Naturlaune
sei, bei der eine blinde Selektion wenige Gewinner auserkoren hat. Daraufhin
wurde er von linken und konservativen Philosophen gleichermaßen
angefeindet. Sie nahmen ihm übel, daß er ein universales Entwicklungsgesetz
der Natur und der Geschichte verneinte. Doch Monod selbst war kein Philosoph.
Seine existentialistischen Ideen schöpfte er aus seinen langjährigen
biologischen Forschungen.
1971: Direktor des Instituts Pasteur
Monod erhielt neben dem Nobelpreis viele hohe Auszeichnungen,
auch internationale, für seine vielen wissenschaftlichen Arbeiten,
z.B.
Montyon-Physiologie-Preis der Acadèmie der Wissenschaften (Paris,
1955), Louis Rapkine Medal (London, 1958),
Ehrenmitglied der amerikanischen Akademie der Künste
und Wissenschaften (1960),
Chevalier de l'Ordre des Palmes Académiques (1961),
Charles Léopold Mayer Preis der Académie des Wissenschaften
(1962),
Officier de la Légion d'Honneur (1963),
Ehrenmitglied der deutschen Akademie der Naturforscher
«Leopoldina» (1965),
Ehrenmitglied der Königlichen Gesellschaft (1968),
Ehrenmitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften
(Washington, 1968),
Ehrenmitglied der amerikanischen Philosophischen Gesellschaft (1969),
D. Sc. h. c. von der Rockefeller Universität (1970).
Für seine Verdienste in der französischen Resistance wurde er
während des 2.Weltkrieges mit dem "Croix de Guerre" ausgezeichnet.
Weltberühmt wurde Monod durch Buch "Zufall und Notwendigkeit",
das 1972 erschienenes ist. Es handelt sich dabei um eine Studie über
Wissenschaft und Menschenbild in der modernen Welt. Das Buch löste
sowohl begeisterte Zustimmung wie auch Ablehnung aus. Es war ein Angriff
auf Religionen und Ideologien. Monod behauptete, da der Mensch als Endprodukt
der Evolution seine Existenz einem Zufallstreffer der Natur zu verdanken
hat. Auf Zufall kann aber nach Meinung der Kulturwissenschaften weder
ein philosophisches noch ein theologisches System aufbauen. Das "Deutsche
Allgemeine Sonntagsblatt" hielt das Buch für eines der wichtigsten
überhaupt und beschrieb das Unbehagen, das Monod unter den Intellektuellen
auslöste, als er die Menschen aus der Nestwärme der Ideologien
und Religionen verjagte und "in eine eisige, verlorene Welt" verwies.
Der Schluß von "Zufall und Notwendigkeit" lautet: "Der
Alte Bund ist zerbrochen; der Mensch weiß endlich, daß er
in der teilnahmslosen Unermeßlichkeit des Universums allein ist,
aus dem er zufällig hervortrat. Nicht nur sein Los, auch seine Pflicht
steht nirgendwo geschrieben. Es ist an ihm, zwischen dem Reich und der
Finsternis zu wählen."
In einer Umfrage in den USA, die nach Erscheinen des Buches gestartet
wurde, bekannten sich mehr als 90 Prozent aller wissenschaftlich arbeitenden
Biologen dazu, Atheisten zu sein.
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