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Weckherlin Georg Rodolf

An eine, sich alt zu werden beklagende, Schönheit.

Nein. Ihr seid noch nicht alt. So zart, so schön, so klar,
Pfleg ich stehts ewer flaisch, farb und aug zuerfahren,
Daß ihr mir billich jung. frisch, hurtig, süß ist zwar
Der glatten jugend Lieb, und Frühling unsrer jahren.

Daß unser Sommer auch gantz liebreich sey, ist wahr;
Doch ist die hitz so groß, daß sein gedranck zu spahren
Ihm kaum kann möglich sein: Daher er matt und bahr
Durch Lieb starcke brunst in taussenten gefahren.

Wan nu, weil er noch zu jung, fruchtloß die Frühlings zeit;
Der Sommer vil zu heissz: Ist weder zu verschweigen,
Noch zu erhöben gnug des Herbsts lust-reiche beut.

Dan Er ergötzet Uns mit so Lieb-reiffen Feigen,
Mit solcher Wollusts frucht, daß er ohn allen streit
Die ander übertreff, ihm gnug an zweyen Zeugen.