literatur pinselpark    


  Home
Zum Autor
Sitemap/Inhalt
Vorherige Seite
   
  Suche /Wörterbuch
Forum
Mail
Seite weiterempfehlen

Drucken
Disclaimer
Wichtige Downloads

 

Schmidt-Brädikow Wilhelm

Cary

Ich saß zu deinen Füßen,
du liebes, trautes Kind;
mit deinen Locken spielte
der laue Abendwind.

Dein blaues Auge schaute
in's ferne Abendrot,
die warme Frühlingssonne
dir ihren Abschied bot.

Der Wald sang leise Weisen,
ein trautes Schlummerlied;
die Wipfel rings sich neigten,
als ob er von dir schied.

Die Welle sandte Kühle
zur tiefen Abendruh';
die Blumen hauchten kosend
den süßen Duft dir zu.

Da sank dein Haupt zurücke
auf eines Steines Moos;
die dunkle Wimper deckte
das Auge klar und groß.

Und auf den bleichen Wangen
erblühten Röslein rot. —
Es kündeten die Rosen
mir deinen nahen Tod.

Es hob die Brust sich leise;
du lächeltest im Traum,
und deine Seele schwebte
wohl schon ob Zeit und Raum.

Mir hat das Herz geblutet
Vor übergroßem Weh. —
Nun ist es Winter worden.
Dein Grab deckt kalter Schnee.