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Salus Hugo

Der Buchhändler

Stets, wenn ich in mein Heimatstädtchen komm',
Mach ich Besuch beim alten Buchhändler.
Hier wird mein Großstadtherz romantisch fromm
Und meiner Seele Symphonie zum Ländler.

In dieses Städtchens Nadit drang noch kein Strahl
Von unsrer Kunst glorreicher Morgenröte,
Hier füllt noch Gleim und Körner das Regal,
Ein Schiller und verstaubt der Ketzer Goethe.

Die Marlitt aber ist die Königin
Und Säckingens Trompeter trotzt dem Staube.
Die »Modenwelt« bezieht die Doktorin
Und Elschen Müller hält die »Gartenlaube«.

In seiner Lade aber, streng verwahrt,
Da hat mein Freund »französische« Novellen.
Er zwinkert schlau und brummt in seinen Bart:
"Boccaccio mußt ich dreimal nachbestellen!"

"Was jetzt geschrieben wird, stehts denn dafür!?"
Er seufzt. Ich auch. "Den Menschen fehlt der Glaube!
Drum steht die Kunst so tief!" Da geht die Tür
Und Elschen Müller holt die »Gartenlaube«.

Für sich die »Gartenlaube«,für Mama
Harrt schon ein Mühlbachband, ein modergelber.
"Und", frag ich, "nichts für Ihren Herrn Papa?" —
"Der holt sich seine Bücher immer selber !"