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Kanitz
Friedrich Rudolf Ludwig von
Zufriedenheit im niedrigen Stande
Ich trachte nicht
nach solchen Dingen,
Die hoch und zu gefährlich sind;
Mein Geist sucht nirgend durchzudringen,
Als wo er leichte Bahne find't.
Ich ruhe sanft bis an den Morgen,
Wenn mancher, welcher voller Sorgen
Nach eitler Hoffnung ängstlich ringt,
Der blinden Göttin Weihrauch bringt.
Ich merke, daß in unserm Leben
Was göttliches mitunter spielt;
Wer sich will zu den Sternen heben
Und diesen Trieb nicht bei sich fühlt,
Muß endlich gar ein Spott auf Erden,
Ja sich selbst Höll' und Henker werden,
Weil der, der sich am meisten quält,
Zuerst oft seinen Zweck verfehlt.
Wer will, mag in den Lüften fliegen;
Mein Ziel erstreckt sich nicht so weit;
Ich lasse mich mit dem begnügen,
Was nicht bemüht und doch erfreut.
Ein andrer mag sich knechtisch beugen,
Um desto höher aufzusteigen;
Ich neid' ihn nicht in meinem Sinn
Und bleibe gerne, wer ich bin.
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