Gumppenberg
Hanns von
Im kalten
Hain
nach Richard
Dehmel
Aus "Zwei
Menschen"
Zwei Menschen
gehn durch einen kalten Hain
Der Mond läuft mit, sie schaun hinein.
Das Weib geht schwer, wie zum Hochgericht -
Die Stimme eines Weibes spricht:
"Ich trag'
ein Kind, doch 's ist nit dein...
Ich sag's erst jetzt im kalten Hain!
Bin auch mit Anderen gegangen -
Ich hatte eben schon Verlangen
Nach einem Inhalt, ehe du
Mir gabst die ganze Seelenruh'!"
Die Stimme eines
Mannes spricht
(Nun geht auch er, als hätt' er die Gicht):
"Sei du
getrost! Das macht doch nichts,
Wenn du nur selbst ein Kind des Lichts!
Es ist um dich ein großes Glänzen,
Und das verwischt mir alle Grenzen!
Kam auch dies Kind vom Andern dir:
Gebären kannst du's doch noch mir!
Daß, wenn ein Weib nach meinem Sinn,
Ich leider nie der erste bin,
Das war ich ja von je gewohnt!"
Zwei Menschen
schauen in den Mond.
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