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Grillparzer
Franz
Mirjams
Siegesgesang
Melodie:
Franz Schubert, D. 942 (März 1828)
Rührt
die Zimbel, schlagt die Saiten,
Laßt den Hall es tragen weit;
Groß der Herr zu allen Zeiten,
Heute groß vor aller Zeit.
Aus Ägypten vor dem Volke,
Wie der Hirt den Stab zur Hut,
Zogst du her, dein Stab die Wolke
Und dein Arm des Feuers Gluth.
Zieh, ein Hirt vor deinem Volke,
Stark dein Arm, dein Auge Gluth.
Und das Meer hört deine Stimme,
Tut sich auf dem Zug, wird Land;
Scheu des Meeres Ungethüme,
Schaun's durch die kristallne Wand.
Wir vertrauten deiner Stimme,
Traten froh das neue Land.
Doch der Horizont erdunkelt,
Roß und Reiter löst sich los,
Hörner lärmen, Eisen funkelt,
Es ist Pharao und sein Troß.
Herr, von der Gefahr umdunkelt,
Hilflos wir, dort Mann und Roß.
Und die Feinde, mordentglommen,
Drängen nach den sichern Pfad;
Jetzt und jetzt - da horch'! welch Säuseln,
Wehen, Murmeln, Dröhnen - Sturm.
's ist der Herr in seinem Grimme,
Einstürzt rings der Wasser-Thurm.
Mann und Pferd,
Roß und Reiter
Eingewickelt, umsponnen
Im Netze der Gefahr,
Zerbrochen die Speichen ihrer Wagen;
Tod der Lenker, tod das Gespann.
Tauchst du auf, Pharao?
Hinab, hinunter,
Hinunter in den Abgrund,
Schwarz wie deine Brust.
Und das Meer hat nun vollzogen,
Lautlos rollen seine Wogen,
Nimmer gibt es, was es barg,
Eine Wüste, Grab zugleich und Sarg.
Schrecklich hat der Herr vollzogen,
Lautlos ziehn des Meeres Wogen;
Wer erräth noch, was es barg?
Frevler-Grab zugleich und Sarg.
Drum mit Zimbel und mit Saiten
Laßt den Hall es tragen weit,
Groß der Herr zu allen Zeiten,
Heute groß vor aller Zeit.
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