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Goethe Johann Wolfgang von
Westöstlicher Divan - Nachlaß
Wer das Dichten will verstehen,
Muß ins Land der Dichtung gehen;
Wer den Dichter will verstehen.
Muß in Dichters Lande gehen.
Silvestre de Sacy
Unserm Meister, geh! verpfände
Dich, o Büchlein, traulich-froh;
Hier am Anfang, hier am Ende,
Östlich, westlich, A und W.
Wir haben nun den guten Rat gesprochen
Und manchen unsrer Tage dran gewandt;
Mißtönt er etwa in des Menschen Ohr -
Nun, Botenpflicht ist sprechen. Damit gut.
Laßt mich weinen! umschränkt von Nacht
Laßt mich weinen! umschränkt von Nacht,
In unendlicher Wüste.
Kamele ruh'n, die Treiber desgleichen,
Rechnend still wacht der Armenier;
Ich aber, neben ihm, berechne die Meilen,
Die mich von Suleika trennen, wiederhole
Die wegeverlängernden ärgerlichen Krümmungen.
Laßt mich weinen! das ist keine Schande.
Weinende Männer sind gut.
Weinte doch Achill um seine Briseis!
Xerxes beweinte das unerschlagene Heer,
Über den selbstgemordeten Liebling
Alexander weinte.
Laßt mich weinen! Tränen beleben den Staub.
Schon gruenet's.
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