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Goethe
Johann Wolfgang von
Römische
Elegien VII.
O
wie fühl ich in Rom mich so froh! Gedenck ich der Zeiten;
Da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing,
Trübe der Himmel und schwer auf meinen Scheitel sich neigte,
Farb' und gestaltlos die Welt um den Ermatteten lag;
Und ich über mein Ich, des unbefriedigten Geistes
Düstere Wege zu spähn, still in Betrachtung versank.
Nun umleuchtet der Glanz des hellen Aethers die Stirne,
Phöbus rufet, der Gott, Formen und Farben hervor.
Sternenhelle glänzet die Nacht, sie klingt von Gesängen
Und mir leuchtet der Mond heller als ehmals der Tag.
Welche Seligkeit ward mir Sterblichen? Träum ich? Empfänget
Dein ambrosisches Haus, Jupiter Vater, den Gast?
Ach! hier lieg ich und strecke nach deinen Knien die Hände
Flehend aus. O! vernimm Jupiter Xenius mich!
Wie ich hereingekommen ich kann's nicht sagen, es fasste
Hebe den Wandrer und zog mich in die Hallen heran.
Hast du ihr einen Heroen herauf zu führen geboten?
Irrte die Schoene? Vergieb! Lass mir des Irrthums Gewinn.
Deine Tochter Fortuna sie auch! die herrlichsten Gaben
Theilet sie mädchenhaft aus, wie es die Laune gebeut.
Bist du der wirthliche Gott? o so verstosse den Gastfreund
Nicht von deinem Olymp wieder zur Erde hinab.
»Dichter! wo versteigst du dich hin?« - Vergieb mir, der hohe
Capitolinische Berg ist dir ein zweiter Olymp.
Dulde mich Jupiter hier und Hermes führe mich später
Cestius Denkmal vorbey leise zum Orcus hinab.
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