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Alexis Willibald Wo der Trauerhimmel über eine ganze Stadt ausgespannt ist, wer achtet da sehr auf ein einziges Trauerhaus! Die Ärzte, nach denen er geschickt, waren nicht zu Hause gewesen. Sei doch der Krankheitsfall eine Art, daß ein gesunder Körper sich selbst heile, hatte er geäußert, oder wenn dann war er plötzlich aufgesprungen und ließ doch noch einen Arzt rufen. Er hatte ihm im Vorzimmer die Symptome beschrieben, sie hatten gelacht, und als der Doktor ins Zimmer trat, hatte er lächelnd den Puls des Kranken befühlt und auch lächelnd zur Baronin gesagt: »Etwas Kamillentee und Einreibungen das wird den Patienten bald auf die Beine bringen, aber wenn er auf den Beinen ist, gnädige Frau, dann tun sie mir den Gefallen und lassen ihn nicht wieder Melone essen und sich erkälten.« Liebevoller, aufmerksamer, aufopfernder hätte ein Bruder den Baron nicht pflegen können. Tag und Nacht saß er abwechselnd mit der Baronin an seinem Bette. Er trocknete, er rieb den Leib, er schenkte ihm den Tee, den er selbst vorher kostete. »Wenn er nur nicht so spaßhaft wäre!« hatte die Baronin gerufen, als sie ins Nebenzimmer trat, um Luft zu schöpfen, und schauderte. Sie ging in Schwarz. Viele wollten nie eine Seele in diesen großen Augen erblickt haben. Heut wären sie anderer Meinung gewesen. Dieser Blick voll tiefer Wehmut, voll Stolz und Ergebung sprach nur von einem Seelenschmerz. Als sie die Worte ausrief, hatte sie sich an die Wand gelehnt. Die Wand antwortete nicht. Da wollte sie die Worte wiederholen, aber sie kamen anders heraus: »Wenn er mir nur nicht das getan! Wenn er nur den Brief nicht geschrieben hätte!« Hatte Wandel durch die Wand gehorcht! Er war ein anderer, als sie zurückkehrte. Wie wenn ein scharfer Ostwind weht, die Mücken und Insekten, die uns geneckt und geplagt, mit einemmal verscheucht und verschwunden sind, waren die launigen Anekdoten, mit denen er ihre Sorge zu verscheuchen gesucht, auf seinen Lippen erstorben. Er saß da, ein blasses Bild, auch der Seelentrauer. Er hörte kaum ihr Kommen, kaum ihre Frage: »Wie steht es?« »Wie sollen die Glieder gesund sein, wenn der Körper krank ist!« Er sprang auf. »Ist eine Veränderung eingetreten?« Der Kranke lag in dem Augenblick still nach der andern Seite gewandt. Wandel stand am Fenster. Lärm, Unruhe, Hinundhergelaufe, kernige Fluchworte, dazwischen ein Geschrei, das hier in Heulen überging. Ein Reiter sprengte auf der Straße vorüber: »Das ist der Rittmeister Dorville. Ich fürchte, er bringt Übles vom Schlachtfelde.« Eine Stimme rief zum Fenster hinauf: »Verloren! Es ist alles verloren.« Was eine Stimme, was Stimmen! Es war alles in der Stadt nur eine, und das war ein entsetzlicher Wehruf .Wohl denen, die ihn laut machen konnten; der stumme Schmerz ist der tiefere. Er sprengt nicht immer die Brust, aber er stopft die Adern, er wirkt einen Niederschlag, der alle Funktionen der Glieder lähmt. Das Herz, das so mutig noch eben schlug, scheint stillzustehen, die Gedanken, die gradeaus schossen, zittern und verirren. Es war kein lauter Aufschrei in der Stadt; kein Todeshieb, der eine Wunde geöffnet, aus der das Herzblut mit einemmal ausströmt; es war eine Quetschung, ein Niederschlag. Ein Uhrwerk war's, dessen Räder noch gingen, aber keines griff ins andere. Die stürzten aus den Häusern, um draußen Nachricht einzuziehen, aus dem Sprachgewirr, den Gesichtern, der Luft. Die drangen in die Häuser, um sie von denen zu erhalten, welche darum wissen mußten. Die fragten mit scheuem Entsetzen: Was ist mit uns? Die drangen: Was sollen wir tun? Ach, es wußte niemand, was er tun sollte, die am wenigsten, die es wissen sollten! Ein Knäuel von Hiobsposten wälzte, flog durch die Straßen. Hier schüttete es die entsetzlichsten aus und schien sich erschöpft zu haben, aber elastisch sprang es in die Höhe, um in der nächsten einen neuen Regen zu sprühen. Wenn die Besonnensten und Klügsten es nicht faßten, den Kern nicht herauszogen, was wunder, wenn die, welche nie gedacht, Fäden herausspannen, die ins Märchenreich gehörten. Die Franzosen hatten gesiegt, die Armee war in die Flucht geschlagen; die Besonnen hatten wohl recht, wenn sie schrien, man solle zukochen, heizen, für Stroh, Decken, Quartiere und Lazarette der Flüchtlinge sorgen, andere schrien nach Waffen und Widerstand. Da schreckte beide die Nachricht zum blassen Verstummen: Nichts von Flucht und Widerstand! Unsre Armee ist aufgerieben, vernichtet, alle Generale, der König, die Prinzen gefallen! Nicht unsre Flüchtlinge, die Franzosen kommen, stürmen, brandschatzen, plündern! Das ward zwar von Unterrichteten dahin korrigiert: die preußische Armee sei von den Franzosen nur umgangen worden, Napoleon habe sich zuerst bei Jena auf das Korps Hohenlohe geworfen und es vernichtet, darauf oder zugleich sei die Hauptarmee, wo der König und die Prinzen, bei Auerstedt total geschlagen, der Herzog von Braunschweig, der Oberfeldherr, im Getümmel erschossen, und beide geworfenen Korps, aufeinandergedrängt, würden von den Franzosen nach dem Rheine zu verfolgt; aber für die Begriffe der Masse war das zu schwer zu entwirren. Wenn auch einige Kluge kalkulierten, dann entferne sich ja die Gefahr, wenn noch Klügere meinten, es sei nur eine Kriegslist, um den Krieg nach Frankreich zu wälzen, so hörten andere dafür schon, wenn ein Pikett Husaren durch eine entfernte Straße preschte, die Vorposten der Franzosen in die Stadt einreiten. Andre aber hatten besser gesehen oder gehört, es waren Russen oder gar Engländer, die gelandet oder geflogen waren, um Berlin beizustehen. Natürlich waren das nur Luftblasen der Angst und Furcht in den untersten Volksklassen, die nie um öffentliche Dinge sich gekümmert, die in dem Wahne sicher träumten, der Bürger dürfe sich darum nicht kümmern, es sei am Staate, ihn vor Gefahr zu schützen. Ach, aber die Höheren waren die Allerratlosesten in diesen Stunden. Die noch die Besseren, die wenigstens nach Rat verlangten. Wäre er dagewesen, der Wille zur Tat hätte sich auch eingestellt. Man sah einige durch die Massen sich drängen. Aber wo Rates sich erholen? Die Lenker des Kabinetts sollten im Hauptquartier sein. Hier klopften sie umsonst an die Tür eines Großen. Er lag in einer heftigen Kolik und hatte befohlen, niemand vorzulassen. Ein anderer war bei einem andern, der andere war aber wieder anderswohin geeilt. Im Gedränge trafen sich zwei, die sich einst gesehen und seitdem nicht wieder, Walter und der alte Rittgarten. »Zum Gouverneur!« rief der Invalide. »Er muß die Trommel rühren lassen.« »Trommeln! Das fehlte noch«, rief ein gutgesinnter Bürger, »um den Wirrwarr voll zu machen.« »Es gibt nur einen, und wenn er nicht Hilfe weiß « Walter ward durch einen lauten Aufschrei unterbrochen, der durch die Stimmen von Tausenden und aber Tausenden immer neu anwuchs. Das waren Laute des Schmerzes, aber auch der Freude: »Die Königin! die Königin!« In der Entfernung bog ein Reisewagen um die Straßenecke. Tränen, Schluchzen, Jubelrufe! Es war in dem Gewirr nichts zu verstehen. Ein Tuch, ein Arm wehte heraus. Die beiden, die sich eben gefunden, wurden wieder getrennt. Jeder hatte ein anderes Ziel. Aber die Stimmung schien sich geändert zu haben. Der Anblick der Königin hatte gewirkt. Der alte Rittgarten traf auf entschlossene Gesichter. Kernworte, Flüche! Da schüttelte einer seinen markigen Arm. Rittgarten ergriff ihn. Er sprach Worte, die zum Herzen drangen. Als sie das Hotel des Ministers erreicht, hatte sich die Zahl bedeutend vestärkt; es waren kräftige Männer, alte Soldaten darunter. Wut und Freude strahlte auf den Gesichtern. Wo war die alte Ordnung, die heilige Ruhe, wenn man berußte Arme, Schurzfelle auf den Treppen sah, einige sogar bis in das innere Heiligtum gedrungen. Es mußte hier schon viel vorgegangen sein, wenn wir den Minister, denselben, welcher den jungen Walter nach Karlsbad schicken wollte, zwischen diesen, selbst für die Antichambre ungeeigneten Gestalten umhergehen sehen, ohne daß sein Auge Blicke der Entrüstung warf. Nein, er trug weder Uniform noch Hofkleid, auch keinen Stern an der Brust, er ging nicht aufrecht, und die Stirn leuchtete nicht vom Widerschein seiner unantastbaren Würde. »Meine lieben Freunde!« sprach er, zwischen den Eingedrungenen sich bewegend. Seine feinen, aristokratischen Hände, stets in einer Position gehalten, die sie vor jeder Berührung schützen sollte, berührten doch freiwillig die Arme der Bürger, er drückte dem Nagelschmied die Hand, er legte sie dem patriotischen Stadtwachtmeister auf die Schulter: »Mein liebster, guter Freund, nur keine Übereilung.« »Aber, Exzellenz, sie stürmen Ihnen das Haus!« riefen drei, vier Stimmen. Der Hausflur war voll, die halbe Treppe, sie drängten von draußen, andre standen im Hofe und gafften mit häßlichen Blicken die Reisewagen an, die in Hast bepackt waren. Die Exzellenz beugte sich übers Geländer, sie rang die Hände, es war der mildeste, freundlichste Ton: »Um Gottes Willen, meine Freunde, keine Übereilung! Was wollen Sie?« Da brach es los, wie, ich weiß es nicht; es war aber das Unglück, da keiner wußte, was er wissen sollte. Es war die Wut, die in hundert Lauten sich Luft machte. »Wir sind verraten!« »Der König und die Königin sind verkauft und verraten!« »Das Vaterland ist in Gefahr.« »Die Franzosen vor der Tür!« »Ja, ja, meine lieben Freunde, um Gottes willen, es ist wahr, wir sind alle in Gefahr aber was wollt ihr, was sollen wir tun?« Eine rebellische Stimme aus dem Haufen schrie eine Verwünschung gegen die verfluchten Junker, die das Unglück übers Land gebracht. »Wir sind alle gleich! Wir sind alle Brüder, uns trifft es, wir müssen uns alle im Unglück beistehen.« Es klang schön, aber die im Hofe zeigten auf die bepackten Reisewagen: »Er kratzt aus, uns läßt er im Stich.« Ein höhnisches Gelächter verschlimmerte die Lage der Autorität, die es nicht mehr war. Da ward der Ruf laut: »«Widerstand! Waffen! Ein Schuft, wer seinen König verläßt!« »Um Gottes willen, verehrte Mitbürger! Ich beschwöre Sie, bedenken Sie Ihre Familien, Ihre lieben Kinder, Ihre Lage, diese Stadt! Es ist ein Unglück, ja, ein großes unermeßliches Unglück, unsre Armee ist geschlagen, total geschlagen, wir wissen nicht, wo sie ist. Wo eine so tapfere Armee erliegen mußte, ist es Torheit, ich beschwöre Sie, es ist Raserei, an den geringsten Widerstand noch zu denken.« »War's Torheit«, rief eine Stimme, es war der alte Rittgarten, »als Hadik in unsre Straßen sprengte, daß die Berliner nicht zu Kreuz krochen? Raserei, daß sie Schanzen aufwarfen, daß, wer eine Muskete tragen konnte, der Trommel folgte, als die Russen ihre Kugeln in die Friedrichsstadt warfen? Des Königs Hauptstadt ward gerettet!« »Meine lieben, teuren Mitbürger, bedenken Sie doch die veränderten Verhältnisse. Wer war Hadik, wer die Russen! Der Kaiser Napoleon ist unüberwindlich. Sie waren selbst Militär. Oh, erklären Sie Ihren Mitbürgern, daß aller Patriotismus und alle Bravour gegen ein diszipliniertes Heer nichts ausrichten. Oh mein Gott, stehn Sie mir doch bei, diese braven, rechtlichen, unsere Mitbürger vor einer entsetzlichen Verirrung zu bewahren.« »Exzellenz«, erwiderte Rittgarten, »eine Schlacht können wir den Franzosen nicht liefern, noch besteht Bürger und Bauer vor denen, die den Krieg erlernt. Das weiß ein Kind. Aber hier gilt's, was keiner erlernt, was geboren ist, das Herz zeigen am rechten Fleck. Ist der König geschlagen, so gilt's, ihm aufbewahren als treue Untertanen unsren Mut, unsre Treue, uns selbst. Er wird wissen, ob er Berlin halten soll oder aufgeben, und an uns ist's, ihm die Entscheidung offenerhalten. Das ist unsere Schuldigkeit. Es gilt, der Obrigkeit, die er zurückließ, gehorchen, und wenn sie stumm bleibt, sie fragen, was müssen wir tun, daß dem Könige seine Hauptstadt gerettet wird? Sind Soldaten da, so sammelt sie, sind Invaliden, ruft sie auf, sie werden dastehen. Sollen die Bürger ihnen zutragen, schanzen, Wache stehen? Sollen Wagen und Proviant hinaus, die Flüchtlinge einzuholen? Soll ihnen ein Lager abgesteckt werden? Soll junge Mannschaft geworben werden? Sollen wir Pullover holen, Kugeln gießen, abkochen für die Ankömmlinge? Alles das weiß der Bürger nicht, Exzellenz, aber er hat ein Recht, von denen es zu erfahren, die der König zurückließ an seiner Statt. Die müssen es wissen, die uns vorangehen. Und die und wir alle haben die Verpflichtung, uns so zu zeigen, daß der Feind erfährt, er hat eine Stadt von Männern vor sich, nicht von Memmen.« Gewirkt hätte die Rede, wenn nicht zwei Umstände die Wirkung paralysierten. Von draußen schrie es: »Die Königin! Die Königin flieht aus Berlin!« »Die Königin redet zu den Bürgern!« Darauf eilten die Entschlossenen nach dem Palais. Vielleicht war dort Rat und Hilfe. Im hintern Hofe aber hatten andere einen Reisewagen umgestürzt. Wo mischt sich nicht schlechtes Gesindel hinein, wenn der Patriotismus aufbraust! »Sie plündern! Herr Major, hindern Sie's! Man weiß nicht, was draus wird! Es sind Soldaten dabei.« Es bedurfte für den Offizier kaum der Aufforderung. Die Exzellenz ließ ihren Wagen im Stich, sie hatte eine höhere Aufgabe, das Terrain war günstiger, die Haufen gelichtet, er glaubte geneigtere Gesichter zu sehen. Er war auf die letzte Stufe in ihren Kreis getreten: »Mitbürger! Teuerste Freunde! Der Augenblick ist entsetzlich, aber lassen Sie sich von unruhigen Köpfen nichts aufreden. Hier ist nicht zu helfen. Der Himmel hat es so gefügt, wir müssen uns drin finden. Der mindeste Widerstand, irgendein unruhiges Benehmen von Ihrer Seite könnte die schrecklichsten Folgen haben. Denken Sie an Ihre Frauen, Ihre Kinder, denken Sie an Wien! Wie ungnädig hat seine Majestät, der Kaiser Napoleon, das trotzige Benehmen der Bürger aufgenommen. Er ist nun einmal der Sieger. Er wird ein großmütiger Sieger sein, wenn Sie der Vernunft Gehör schenken. Sein Sie freundlich, sein Sie sehr freundlich gegen ihn. Überwinden Sie sich; wenn er einzieht, rufen Sie Vive l'Empereur! Ich weiß, es wird Ihnen schwer werden, aber der Mensch kann sich überwinden, meine Herren, der Mensch kann viel, wenn die Not ihn zwingt. Recht friedlich, recht besonnen! Illuminieren Sie! Das wird ihn überraschen, sein Herz wird sich aufschließen. Liebe Mitbürger, hören Sie auf den Rat eines Mannes, der's mit Ihnen wohlmeint, es ist nicht für mich. Bedenken Sie, erwägen Sie, ich wiederhole es nochmals, wie schrecklich sein Zorn auf Wien fiel. Sie sind keine Wiener, Sie sind Berliner, und das Beispiel wird Sie lehren, daß eine männliche, ruhige Hingebung im Unglück es allein ist, die den Patrioten ehrt.« In den Akten der Zeit wird man freilich diese Rede nicht aufgeschrieben finden. Aber man findet mehr ein gedrucktes Aktenstück. An allen Straßenecken stand an einem spätern Tage folgendes Proklama, und in den Berliner Zeitungen las man es am 21. Oktober 1806. In dem Proklama hieß es: »Nur festes Anschließen an diejenigen, welche das mühselige Geschäft übernehmen, die von einer solchen Begebenheit unvermeidlichen Folgen zu mindern, sowie die mehr als jemals nötig gewordene Ordnung zu handhaben, kann die schrecklichen Folgen abwenden, welche der mindeste Widerstand oder irgendein unruhiges Benehmen der Einwohner über die Stadt verbreiten würde, und das noch neuerliche Andenken des Betragens, welches die Einwohner Wiens in einer ähnlichen traurigen Lage beobachtet haben, muß die Einwohner Berlins belehren: daß der Überwinder nur ruhige, männliche Hingebung im Unglücke ehrt... Ich ermahne jeden (denn hoffentlich werde ich es nicht nötig haben zu befehlen)... ruhig bei seinem Gewerbe zu bleiben und alle Sorgen denjenigen zu überlassen, welche sich rastlos mit seinem Wohl beschäftigen werden. Ich verbiete durchaus alles Zusammenlaufen, alles Schreien auf den Straßen, alles öffentliche Teilnehmen an denen so verschiedentlich einlaufenden Kriegsgerüchten; denn ruhige Fassung ist dermalen unser Los, unsre Aussichten müssen sich nicht über dasjenige entfernen, was in unseren Mauern vorgeht; dieses ist nur unser einziges höheres Interesse, mit welchem wir uns allein beschäftigen müssen. Berlin, den 19. Oktober 1806. Fürst von Hatzfeld« Es mußten schon Flüchtlinge in der Stadt sein;
vielleicht verbargen sie sich vor der Neugier oder dem Grimm des Volkes
in den entfernteren Teilen. Aber das Volk suchte nach ihnen. Da hielt
es eine staubbedeckte Reisekalesche an und zwang einen Offizier herauszusteigen.
Vergebens protestierte er, daß er die Schlacht nicht mitgemacht,
nicht vom Schlachtfeld komme, vielmehr über Schlesien aus Österreich;
der Wagen kam ja vom Schlesischen Tor. Zum Gouverneur wollte er sich führen
lassen, obgleich ihm die Eskorte unangenehm war, als Herr von Fuchsius
ihm begegnete und von der verdächtigenden Begleitung befreite.
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