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Junges Deutschland und Vormärz (1835 - 1848)

1.1 Begriff

Junges Deutschland: Der Schriftsteller Ludolf Wienbarg schrieb 1834 in seinen "Ästhetischen Feldzügen": "Dem jungen Deutschland, nicht dem alten widme ich diese Reden."
Vormärz: Revolutionäre, politisch engagierte Literatur, gegen den Absolutismus gerichtet, bis zum März 1848 (Märzrevolution) zunehmende Radikalität
Gruppe von Schriftstellern nach 1830:  forderten politisches Engagement der Literatur, freie Meinungsäußerung. Möglichkeit rationalistischer Kritik, statt Äußerlichkeiten

1.2 Historischer Hintergrund

1817 Wartburgfest
1819 Karlsbader Beschlüsse ("Demagogenverfolgung")
1830 Julirevolution in Frankreich
1832 Hambacher Fest
1835 Verbot der jungdeutschen Schriften
1837 Ausweisung der "Göttinger Sieben"
März 1848 Revolution
1848/49 Paulskirchenreform

1.3 Weltbild und Lebensgefühl
Politisch gärt es früh (Wartburgfest 1817),aber eine literarische Opposition bildet sich erst, nach der französischen Julirevolution von 1830. Es gibt zwei Gruppen, die zwei Phasen des vorrevolutionären Prozesses begleiten: Junges Deutschland und Vormärz.
Der gebildete, spätromantische Friedrich Wilhelm IV., der 1840 den preußischen Thron bestieg, erweckte zunächst Hoffnung auf größere Liberalität, die aber enttäuscht wurde. Zugleich waren die politischen Ansprüche des erstarkten gehobenen Bürgertums gewachsen, während das verarmende Kleinbürgertum und die Arbeiter soziale Forderungen stellten. Teils radikalisierte sich die Opposition daher ab 1840 (Ferdinand Freiligrath, Robert Eduard Prutz), teils traten neue entschlossene Gestalten in den Vordergrund (Georg Herwegh, Georg Weerth). Die Linkshegelianer, Karl Marx und Friedrich Engels begannen ihren philosophischen Angriff.
Die neue Opposition will nicht mehr einzelne politische Institutionen, sondern die gesamte Gesellschaftsordnung ändern, z. T. auch bald im sozialistischen Sinn, sie will nicht witzig die Klingen kreuzen mit der Zensur, sondern offen für die Revolution eintreten: die große französische Revolution ist das vieldiskutierte Lernmodell; man will nicht mehr unterhaltsamer Schriftsteller sein, nicht mehr von sich selber reden, sondern parteilich und theoriebewusst agitieren. Die Religionskritik verschärft sich, sie erhält jetzt eine praktische, gegen das Bündnis von Thron und Altar gerichtete Spitze. So entstehen revolutionäre Aufrufe, häufig in Liedform, politisch - philosophische Abhandlungen sowie Satiren auf den opportunistischen, knechtseligen "deutschen Michel".
Als Junges Deutschland bezeichneten sich einige engagierte Schriftsteller nach 1830. Es sind dies vor allem Karl Gutzkow, Gustav Kühne, Heinrich Laube, Theodor Mundt und Ludorf Wienbarg, die von den etwas Älteren, im pariser Exil lebenden Ludwig Börne und Heinrich Heine beeinflusst waren. 1835 verbot der Frankfurter Bundestag ihre Schriften samt denen Heines. Das Verbot ihrer Schriften als antichristlich, gotteslästerlich bezeichnet diese Schriftsteller als eine Bewegung. Sie ist Teil einer europäischen Jugendbewegung, z.B. Les Jeunes, France, Giovina Italia. Den Vorwand für das Verbot lieferte Wolfgang Menzel, ein burschenschaftlicher nationalistischer Redakteur, ursprünglich selber oppositionell, der die Genannten öffentlich anschwärzte.
Teilweise gegen Goethe, den sogenannten Fürstendiener, vor allem aber gegen die Romantik gewandt, verkünden die Jungdeutschen den Beginn einer neuen Epoche, in der die Kunst bewusst politisch sein wird. Als Junge verstehen sie sich, weil sie sich politisch und moralisch gegen das "Ancien régime" (alte Fürstenherrschaft) und darüber hinaus gegen alte überkommenen Autorität wenden, sie sind gegen das Erstarrte und für die Bewegung. Politisch kämpfen sie gegen Kleinstaaterei und für eine Verfassung, vor allem aber gegen die Zensur, moralisch für die Befreiung der Sinnlichkeit und für das Recht auch der Frauen auf Bildung und Selbstständigkeit. Wie die Aufklärung, deren Religionskritik sie weiterführen, erwarten sie allmähliche Reformen aufgrund freier Diskussion, in der sich die Vernunft durchsetzt. Ihren Gegnern, wie z.B. Menzel, gelten sie als unsittliche, undeutsche Franzosenfreunde. Da sie politische Breitenwirkung anstreben, verstehen sie sich nicht als Dichter, sondern als Schriftsteller; während sie die Leser unterhalten, indem sie auf geistreiche Weise die persönlichen Eindrücke und Gefühle mitteilen, die das gesellschaftliche Leben ihnen vermittelt, richten sie ironische und satirische Kritik gegen die Autoritäten.
Vormärz meint die Richtung, die zur Märzrevolution von 1848 führt. Während die nationalistischen Burschenschaften der Studenten und die Turnerbünde vor allem die nationale Einheit wollen, wünschen sich die Liberalen eine Verfassung, wollen die Radikaldemokraten die Fürstenherrschaft überhaupt abschaffen, erstreben einige über die politische Veränderung hinaus auch eine radikale Änderung der Besitzverhältnisse. Mehr unter Einzeldarstellungen

2. Wissenschaft
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3. Kunst
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4.1 Bevorzugte Formen der Dichtung
Ein bedeutender Teil der oppositionellen Literatur wird im Exil geschrieben, vor allem in Frankreich und England. Hierdurch verlieren die Autoren den engen Kontakt mit ihrem Publikum. Aber sie lernen auch die radikaleren, weiter fortgeschrittenen sozialen Bewegungen der anderen Länder kennen, deren Denken sie nach Deutschland  vermitteln.
Viele Schriftsteller arbeiten als Redakteure und spezialisieren sich auf Prosagattungen (Erzählungen, Reiseberichte, Fortsetzungsromane), die bei ihrem Publikum ankommen. Zu den wichtigsten Zeitschriften gehören die Augsburger "Allgemeine Zeitung", das "Morgenblatt für gebildete Stände" (Redakteur: Wolfgang Menzel), "Europa. Chronik der gebildeten Welt" und der "Telegraph für Deutschland" (Redakteur: Karl Gutzkow). Der früher noch seltene freie Schriftsteller, der vor allem von seiner literarischen Produktion lebt, wird nun zu einer verbreiteten Erscheinung.
Eine rigorose Zensur sorgt allerdings dafür, dass diese Freiheit häufig zur Vogelfreiheit wird. Zeitschriften, die sich nicht völlig anpassen, haben nur ein kurzes Leben. Umfangreichere Schriften, die naturgemäß nicht so häufig gelesen werden, sind von der Vorzensur ausgenommen. Oppositionelle Autoren, deren Zeitschriftenbeiträge immer wieder abgesetzt oder verstümmelt werden, veröffentlichen daher auch kürzere Texte in Buchform oder schreiben Jahrbücher ("Hallische Jahrbücher" der Linkshegelianer, "Rheinische Jahrbücher" der Kommunisten).
Ein grosser, im Exil lebender, Vertreter dieser Epoche ist Heinrich Heine (1797-1856) verkörpert die innere Zerrissenheit eines Menschen an einer Zeitgrenze: zwischen idealistischer Philosophie, ausgehender Romantik und materialistisch gesehener Wirklichkeit, zwischen wahrem Gefühl und weltverachtendem Zynismus: "und ein Narr wartet auf Antwort". Geprägt durch jüdisches Elternhaus (er ließ sich später taufen), Emigration 1831 nach Paris wegen politischer Verfolgung, Hassliebe zu Deutschland (Nachtgedanken), schwere Krankheit in den letzten Lebensjahren (Matratzengruft). 'Deutschland, ein Wintermärchen' (1844): beißende Kulturkritik.

Geschichtsphilosophische Werke
Journalistische Prosa
Politische Lyrik
Roman des »Nebeneinanders« - viele Nebeneinander verlaufende Handlungen

4.2 Vertreter / Werke

Junges Deutschland / Vormärz

Ludwig Börne
Briefe aus Paris

Georg Büchner
Trotz Gleichgesinnung Ablehnung des Jungen Deutschland, Drama über die französische Revolution Dantons Tod, Märchendrama Leonce und Lena, Erzählung Lenz (über das Ende von Jakob Michael Reinhold Lenz) und gesellschaftliches Drama Woyzeck, realistische Darstellung der seelischen Zerstörung eines Menschen. (nach einer wahren Begebenheit) blieben nur Fragmente, "Der hessische Landbote" (1834) als erste sozialistische Kampfschrift.

Friedrich Engels
Anti-Dühring, Manifest der Kommunistischen Partei (zusammen mit K.Marx), Reden, Briefe, Essays

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Unpolitische Lieder,
das Deutschlandlied

Ludwig Feuerbach
Über die Religion, Vom Wesen des Christentums

Ferdinand Freiligrath
Ein Glaubensbekenntnis, Gedichte Ca ira

Christian Dietrich Grabbe
teilweise nihilistische Literatursatire Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung, von Napoleons Rückkehr von Elba handelndes Drama Die hundert Tage

Anastasius Grün
Lyrik
Spaziergänge eines Wiener Poeten

Karl Gutzkow

Heinrich Heine
Buch der Lieder
, Neue Gedichte, Gedicht Die schlesischen Weber anläßlich des Weberaufstandes 1844, vierbändige Reisebilder voller Zeitsatire, Spott und Witz

Georg Herwegh
Gedichte eines Lebendigen

Heinrich Laube

Karl Marx
Zusammen mit Engels "Kommunistisches Manifest" (1848), Das Kapital

Theodor Mundt

Robert E. Prutz
Ludolf Wienbarg

Georg Weerth

 

5. Einzeldarstellungen, Materialien, Quellen
Zur Leittabelle Literaturgeschichte, Zur Zeittafel Allgemeine Geschichte, Zur Dichterliste nach Epoche

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