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Literarturgeschichtlicher Abriss

Griechenland
Homers Dichtung
Eines der ersten großen Werke, das sich mit Dichtung befasst ist die "Poetik" des Aristoteles. Er versucht eine Antwort auf die Kritik Platons an der Dichtkunst zu geben. Für ihn steht nicht die Frage nach Realität und Ideal (Sein und Schein), sondern die Frage nach dem „Allgemeinen“ und dem „Besonderen“ im Vordergrund. Dieses Werk war lange Zeit nur den Gelehrten bekannt, es gelangte erst im 1. Jh. vuZ an die Öffentlichkeit.

Die "Poetik" ist uns in Fragmenten überliefert, ist aber trotzdem ein Leitfaden für viele nachfolgende literarische Untersuchungen. Nach Aristoteles wird der Teil der Literaturwissenschaft, der das Wesen der Dichtung und der dichterischen Kunstwerke zu erfassen sucht „Poetik“ genannt. Diese lässt sich in bestimmte Problemkreise gliedern, wie Lyrik, Epik, Drama.

Als späteres Grundwerk aus der römischen Zeit ist vor allem die Epistula ad Pisones des Horaz (65 – 8 vuZ) zu nennen. Seit Quintilian (1 Jh. uZ) trägt dieses Werk den Titel « De arte poetica ». Neben diesen beiden Grundwerken stehen weitere Werke, wie z.B. Orator, Partitiones, Topica (Cicero (106 – 43 vuZ) oder Instituto Oratia (Quintilian). Gerade diese Schriften waren im Mittelalter Grundlage für die Lehre der Dichtung. Sie hatten ihren Platz in Rhetorik wie auch in Grammatik. Vergil
Kurze Beschreibung von Leben und Werken römischer Dichter
Die antike Poetik übte maßgeblichen Einfluß auf die theoretischen Bemühungen der Humanisten und der Denker des 17. und 18. Jh. aus, die den Blick auf das Diesseits gerichtet und ein säkulares Weltbild entworfen hatten.

Die Zeit des Barock (1620 – 1720) veränderte jedoch diese Sichtweise infolge der starken religiösen Auseinandersetzungen (Reformation und Gegenreformationen). Der Tod ist jetzt gegenwärtig, die vorhandene Weltlust ist von der Endlichkeit des Lebens überschattet. Opitz

In der Aufklärung (1720 – 1785) erfolgte die größte philosophische-gesellschaftliche Bewegung Europas. Sie veränderte gravierend das Bewusstsein der Menschen wie auch die politischen Strukturen. Ein altes religiöses Weltbild wird durch ein neues, naturwissenschaftlich bestimmtes abgelöst; das Denken wird zum obersten Prinzip jeglichen Handelns. Feudalismus und Absolutismus werden überwunden. Die Aufklärung ist die entscheidende Entwicklungsphase in die Neuzeit.
Die aufklärerische Vernunft suchte zunächst nach Gesetzen für die Poetik, nach denen sich die Dichtung zu richten hatte. Kennzeichnend war die Meinung, daß man jedes literarische Werk auf der Grundlage von Normen oder Regeln beurteilen könne, weil es nur eine dichterische „Ästhetik“ (Geschmack) gibt. Die Dichtungen jener Zeit wurden schematisch beurteilt. Jeder Dichter wurde nach bestimmten Kategorien geprüft und nach Punkten von 0 – 20 beurteilt. Homer diente mit einer Höchstzahl von 20 Punkten als Maßstab.In der Nachfolge des Horaz' erkannte man das „prodesse et delectare“ (nützen und erfreuen) als die eigentlichen Funktionen der Dichtkunst und somit als ihre konstruktiven Eigenschaften an.
Die Stilrichtung der Empfindsamkeit innerhalb der Aufklärung legte den Grundstein für eine andere theoretische Beschäftigung mit der Dichtung. Man erkannte, daß im künstlerischen Erlebnis andere Schichten der Seele ergriffen wurden als die des nur ästhetischen Gefallens und der Einsicht. Man versteht das Werk „innerlich“, d.h. nicht nur nach ästhetischen Gesichtspunkten. Andernfalls fehlt die innere Anteilnahme, das Erleben des Lesers, das Hineinfühlen und es bleibt nur der intellektuelle Eindruck des Werkes. Die Wirkung einer Dichtung oder Darstellung zeigt zugleich auch Wesenszüge seines Schöpfers und der Antrieben, die im Künstler vorhanden waren. Es vollzog sich also ein Wandel in der Deutung der Dichtung und in der Auffassung vom Künstler. Es wurden Begriffe geschaffen, die dem neu erkannten Sachverhalt entsprachen.
Vor allem von englischen und deutschen Denkern ging die neue Sichtweise aus. Es wurden neue Kriterien für die Beurteilung eines Werkes festgelegt:
1. Ein Kunstwerk hat einen eigenen „Sinn“, einen „Gehalt“
2. Das Werk ist Ausdruck seines Schöpfers.
3. Der Dichter wird als schöpferischer Geistes anerkannt.
4.„Zeitgeist“ und „Volksgeist“ sind Elemte des dichterischen Schaffens.
5. Das Werk eines Dichters ist ein „historisches Dokument“.

In der Aufklärung entwickelte sich auch eine neue Auffassung der Geschichte. Es wurde gefordert, zum vollen Verständnis eines Werkes den geschichtlichen Hintergrund in die Betrachtung mit einzubeziehen. Das Verständnis der Shakespeare'schen Dramen wäre z.B. ohne die Betrachtung der geschichtlichen Hintergründe der beteiligten Länder nicht möglich.
Zur ästhetische Bewertung einer Dichtung kommt nun die geschichtlich-beschreibende Deutung. Bahnbrecher des neuen Denkens waren vor allem Young, Hume, Winckelmann, Herder u.a. An allen Universitäten wurden jetzt sukzessive Lehrstühle für Literatur eingerichtet.

Gerade im Bereich der Literatur war die Mitarbeit von Kritikern, Dramaturgen oder auch von Liebhabern der Poetik von größerer Bedeutung als bei fast allen anderen Wissenschaften.