|
|
|
Die Frauenrolle im Mittelalter
Empfohlene Literatur: Deschner , Das Kreuz mit der Kirche
Hexen und Hexenjäger, Der Hexenhammer (1486/87)
Zwei Dominikanermönche (Heinrich Institoris, Jakob Sprenger)
erstellen eine zusammenfassende Beschreibung des Hexenwesens
und eine einheitliche Prozeßordnung für die Inquistionsgerichte.
Frauenbild: Frauen sind
maßlos sowohl im Guten als auch im Bösen
boshaft, nur eines Gefühls fähig
habsüchtig
hinterlistig
tückisch
die Königreiche zerstörend
von schwachem Verstand, unfähig zur Philosophie
fleischlich gesinnt, lüstern
schwankend im Glauben, leicht zweifelnd
schlecht von Natur aus
Daraus läßt sich ex negativo das Männerbild ableiten.
Rechtfertigung der Thesen:
Die Autoren berufen sich auf
- antike Philosophen und Schriftsteller,
- die Erfahrung,
- die Bibel: Eva als erster Mensch der sich verführen liess und danach
Adam verführte, Lots ungehorsames Weib, Noahs Töchter die ihren Vater
betrunken machten und dann mit ihm schliefen, Sirach warnt:Lass
Deinem Weibe nicht Gewalt über Dich, dass sie nicht Dein Herr werde (Sirach
9, 2) und erklärt: Die Sünde kommt her von einem Weibe und um ihretwillen
müssen wir alle sterben (25, 32).
Geisteshaltung:
Geprägt von einem grossen Haß auf Frauen. Nach der religiösen Einstellung
des Mittelalters hat die Frau keine Seele, sodass alle an ihr begangenen
Verfehlungen (bis zum Umbringen), wie das Schlachten von Tieren gesehen
werden können.
Hintergrund der Hexenverfolgung (ab dem 14. bis
zum Ende des 18. Jahrhunderts):
- Zerfall der festgefügten Ständeordnung des Mittelalters, Zerbrechen
alter sozialer Sicherheiten
- Entgrenzung der Welt: Entdeckung neuer Kontinente, neue technische Errungenschaften
- Entwurzelung breiter Bevölkerungsschichten, die sich in den Städten
als Lumpenproletariat wiederfinden,
- Zerfall der weltlichen und geistigen Zentralmächte, Aufstände, Häresien,
die Welt als Narrenhaus ...
Männer müssen sich bewähren als Unternehmer, Entdecker, Forscher. Das
verlangt seelische Panzerung: Affektdämpfung, Selbstkontrolle. Sie vertreten
also Geist, Kultur, Naturbeherrschung.
Frauen bringen diese Panzerung in Gefahr, weil sie schön, attraktiv, natürlich
sind und damit den Leistungswillen des Mannes gefährden.
Als Sündenböcke für
die jeweiligen Verhältnisse müssen die Schwachen dienen: Juden, Leprakranke,
Arme und Frauen, die mit der Natur gegen den Geist in einem Geheimbund
stecken: Hexen.
Es wird ein neues Kontrollsystem
installiert: Geistliche, Nachbarn, Freunde - alle melden Frauen die
verdächtig (oder missliebig) sind der hl. Inquisition, welche dann feststellt
(Folter, Gottesurteil) ob es sich um Hexen handelt. In diesem Verfahren
hat die Frau keine Chance. Ob als schuldig befunden oder nicht, immer
ist sie nach Abschluß des Verfahrens durch Demütigung und körperliche
Qual gebrochen an Seele und Körper.
Irre und Kranke gelten a priori als vom Teufel besessen. Teufelsaustreibungen
durch Jesu dienen als Beweis und Vorbild.
Diese Erscheinungen gelten überwiegend, aber nicht
nur für den Katholizismus. Protestantismus und Hexen, Ende der Verbrennung
Auszüge aus dem Hexenhammer und Kontraliteratur Spee einführen
Hexen und Hexenverbrennungen
|