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Gilgamesch-Epos

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Gilgamesch
Epos und Erläuterungen

Inhalt des Epos

Der ethische Grundgedanke im Gilgamesch-Epos ist nicht zu übersehen. Es wird von einem neuen Heldentyp berichtet, der zwar zu zwei Drittel Gott und zu einem Drittel Mensch ist, seine Unsterblichkeit aber dann verliert, als er die menschliche Freundschaft entdeckt. Mit dieser Menschwerdung der Halbgötter vollzieht sich, in mythologischer Hinsicht, der Übergang vom Mythos zur Geschichte. Das Gilgamesch-Epos ist aber auch ein literarischer Ausdruck für das Selbstbewußtsein des Menschen den Göttern gegenüber. Die Götter spielen zwar noch eine wichtige Rolle im Alltag der Menschen, doch die Menschen beginnen bereits, göttliche Entscheidungen in Frage zu stellen oder offen dagegen zu opponieren  - ein erster Durchbruch aufklärerischen Denkens. Dieses gewachsene Selbstbewußtsein, das sich auch an den Göttern mißt, empfindet es als ungerecht und in der Welt schlecht eingerichtet, daß die Menschen, im Gegensatz zu den Göttern, sterblich sind.

Die Suche nach der Unsterblichkeit ist das Grundmotiv der Gilgamesch-Dichtung. Sie ist die erste Dichtung, welche das Lösen von den Göttern, zugleich aber auch die Angst vor der Vergänglichkeit, der Unausweichlichkeit des Todes zeigt. Die tiefe Erschütterung Gilgameschs angesichts des Erkennens der eigenen Endlichkeit und seine verzweifelte Suche nach einem Ausweg führt einmal mehr die Tragik des Menschseins vor Augen. Seit der Mensch sich seiner selbst bewußt ist und damit die "Unschuld" der Natur hinter sich gelassen hat, begannen die existentiellen Ängste. Das Gilgamesch-Epos ist damit auch das erste existentialistische Werk der Menschheit.

Mit Sicherheit war damals bekannt, daß man dem Tod nicht entrinnen konnte.  Aber es ist interessant, daß in der altbabylonischen Version des Epos der Rat erteilt wird, gerade eben darum das Leben zu genießen, sich nicht um das ohnehin unvermeidliche Ende zu kümmern. Und es fehlt auch der Hinweis, durch Frömmigkeit zu versuchen, das Wohlgefallen der Götter zu erringen und damit vielleicht doch noch Unsterblichkeit zu erlangen.

In das Grundmotiv der Dichtung sind eine Reihe weiterer Themen eingeblendet, die alle zusammen dem Epos seine besondere Spannung verleihen:

- Mensch und Natur
- Kultur
- Ablösung der alten Fruchtbarkeits- und matriarchalischen Religionen durch
  patriarchalische Kräfte
- Freundschaft und Liebe
- die existenziale Angs des Menschen, der die Geborgenheit in der Natur
  und bei den Göttern verloren hat.

Das Epos bekommt durch seinen Inhalt eine überzeitliche Bedeutung