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Gilgamesch Glossar Hauptgottheiten Alphabetisches Verzeichnis
Babylonische Sprache: Die babylonische Sprache ist die älteste semitische Sprache. Sie wurde in Mesopotamien (heute Irak) vom 3. Jahrtausend bis etwa 200 vuZ geschrieben und gesprochen und ist auch unter dem Namen Akkadisch bekannt. Sie löste das Sumerische (eine der ältesten geschriebenen Sprachen der Menschheit) ab, nachdem der semitische Herrscher Sargon der Große (Regierungszeit 2335-2279 vuZ) das Gebiet erobert und die Akkad-Dynastie gegründet hatte. Babylonische Götter: Die Schätzungen ergaben, dass es zwischen 1000 und 3000 Götter allein in Sumer, Babylonien und Assyrien gab. Dadurch, daß sie über einen so langen Zeitraum verehrt wurden, haben fast alle Götter einen sumerischen und einen babylonisch-assyrischen Namen. Chumbaba [=Chuwawa]: Der Vogel mit Ohren, wird von Gott Enlil als Wächter des Zedernwaldes im Libanon eingesetzt. Gilgamesch und Enkidu töteten ihn gemeinsam. Doppelstunde: Wegmaß ca. 10,8 km Ea (sumerisch Enki, Herr des Unten): Gott des unterirdischen Süßwasserozeans, der Weisheit und des Rates, der Magie und Kunstfertigkeit. Marduk galt als sein Sohn. Kultstadt des Ea war die Stadt Eridu in Südbabylonien.
Enlil (Herr des Sturmes") Beherrscher des Raumes zwischen Himmel und Erde und der Erde selbst. Er erschuf aus dem erschlagenen Chaosungeheuer die Welt. Enmerkar ist vermutlich identisch mit dem biblischen Nimrod und gilt als Gründer von Uruk. Epos: Geschichtliches, Literatur, Inhalt Gilgamesch: Sagenhafter König um 2750 - 2600 vuZ (zu zwei Drittel Gott, zu einem Drittel Mensch). Zentralfigur des Epos Gilgamesch. Nach den Überlieferungen ein tyrannischer Herrscher über den sumerischen Stadtstaat Uruk (als Erech in der Bibel bekannt, heute die Ruinenstätte Warka im Irak). Nach der Sage wurde er durch Jungfernzeugung von Ninsun, König Enmerkars einziger Tochter, geboren und auf dem Euphrat ausgesetzt. Seine Untertanen bewundern und fürchten ihn und seine tyrannische Willkür: Hochkulturen Mesopotamiens Hethiter: s. Hochkulturen Mesopotamiens Himmelsstier: Der Stierkult scheint aus Indien zu stammen; bereits
Irkalla: Unterweltgottheit Irnini: Sumerischer Name Ischtars, wie auch Innin, die ältere Form "Inanna" wird als "Herrin des Himmels" gedeutet. Ischchara: Eine Göttin, der Ischtar verwandt. Es ist hier von der „heiligen Hochzeit“ die Rede, die der Stadtfürst von Zeit zu Zeit mit einer Priesterin oder einer noch unberührten Frau als Vertreterin der Göttin feierte, um dem Land die Fruchtbarkeit zu erhalten. Ischtar: Die älteste Namensform der Göttin Ischtar ist möglicherweise vorsumerisch und lautete Innin. Die im späten 4. Jt. v. Chr. in Südmesopotamien eingewanderten Sumerer, übernahmen den Namen der Großen Göttin in ihre eigene Sprache und deuteten ihn volksethymologisch als (N)in-an-na,
Bei den Babyloniern war sie eindeutig die Muttergöttin. Dargestellt wurde sie entweder nackt und mit großen Brüsten oder als Mutter mit einem Kind an der Brust. Als Liebesgöttin brachte sie vielen ihrer Liebhaber die Vernichtung, von denen ihr Gatte Tammus, das babylonische Gegenstück zu Adonis, der berühmteste war.Im Gilgmesch-Epos (Schluss der 6.Tafel) wird Ischtar schroff kritisiert: Itar: eine Göttin jus primae noctis : Gilgamesch nahm das jus primae noctis für sich in Anspruch; die Männer in Uruk mussten ihm dann ihre Häuser offen halten. Kappi: = mein Flügel Kor: 1 Kor = 1.500 Liter Lugalbanda: Sohn des Enmerkar. Nach der sumerischen Königsliste war er der dritte König der ersten Dynastie von Uruk (um 2600 v.Chr.). Er ist auch Kriegsgott und Gemahl von Ninsun, aber in einigen Mythen nicht Vater des Gilgamesch sondern sein Schutzgott. In einigen sumerischen Texten gilt er als Vater des Gilgamesch. Mach: Sumerischer Name für die Muttergöttin und Herrin der Götter. Mammetum: "Die Winterliche", eine der Götinnen der Unterwelt. Marduk, sumerisch: samar-utuk, "Jungstier des Sonengottes" / Asariluchi, Gott der Weisheit und der Beschwörungskunst; biblisch wahrscheinlich Merodach, Stadtgott von BabylonReichsgott. Marduk als Sohn Enkis war zunächst in Eridu beheimatet. Oder aber er verschmolz mit dem dort ansässigen Gott Asalluhi, ehe er nach Babylon kam und dort zum Stadt- und später Reichsgott, um 1700 vuZ (unter Hammurapi) aufstieg. In der Beschwörungsliteratur sind davon noch Spuren zu finden, wenn Marduk-Asalluhi und sein "Vater" Enki-Ea den Beschwörer unterstützen. Eridu war die Stadt Enkis, des Gottes der Weisheit und Herrn der Magie. Marduk wurde schon Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. in Keilschrifttexten genannt. Aber erst in der Zeit nach 1900 v. Chr. und besonders beginnend mit der Regierung Hammurabis war er der Gott Babylons. Die Weltschöpfungserzählung (Enuma elisch = "Als da oben") erklärt auf theologisch-mythologischem Wege den Aufstieg Marduks zum obersten Gott in Babylonien. Marduks Haupttempel in Babylon hiess E-Sagila "Haus, das den Kopf (zum Himmel) erhebt". Im 1. Jahrtausend v. Chr. muss er ein monumentales, glänzendes Gebäude gewesen sein. Nebukadnezar II. (604-562 v. Chr.) liess in einer Inschrift festhalten, dass er die innerste Zella des Tempel überreich ausschmückte. Die Wände waren mit Gold verkleidet, so dass der Raum wie die Sonne leuchtete. Marduks Symbol war das mythische Wesen Schlangendrache (musch-huschu = die "furchterregende Schlange"). Nergal: Herrscher der Unterwelt (Mars) Nimrod: Figur aus der Bibel (AT/ Genesis 10, 8-9), “der erste, der Macht gewann auf Erden" und “gewaltiger Jäger vor dem Herrn". Er war der Sohn des Ham und Enkelsohn des Noah und der mythische Begründer eines Reiches, zu dem auch große Teile des südlichen Mesopotamiens gehörten. Nin-Asu: Eine Totengottheit Ningal: die große Dame Ninsun: Göttin der Wildkuh, Tochter Enmerkars, Mutter des Gilgamesch. Ninurta (sumerisch: "Herr der Erde"): Gott der Fruchtbarkeit. Sohn des Enlil:"der Bauer seines Vaters Enlil", später auch Kriegsgott (Sirius), der Babylonien vor den Bergvölkern schützen sollte. Gemahlin: Heilgöttin Gula (Baba), eigentlich Gemahlin des Ningirsu , dem er gleichgesetzt wurde. Schamkat (altbabylonisch): Priesterin, Tempeldienerin. Die Übersetzungen "Hure", "Dirne", "Prostituierte" wecken heutzutage falsche Assoziationen. Am Geschlechtsverkehr mit einer Schamkat ist nichts Anrüchiges. So gibt es auch die "heilige Hochzeit", die der Stadtfürst von Zeit zu Zeit mit einer Priesterin oder in Wahrnehmung des "jus primae noctis" mit einer noch unberührten jungen Frau als Vertreterin der Göttin feierte, um dem Land die Fruchtbarkeit zu erhalten. Wie die Figur des Enkidu zeigt, bedeutet der Geschlechtsverkehr mit der Schamkat auch ein zivilisierender, weihvoller Akt. Tempeldienerinnen sind Klassen babylonischer Priesterinnen: Gottesbräute, Geweihte, Gottestöchter ... Schamasch : Sonnengott, wird im Gegensatz
Sin: Mondgott, Fruchtbarkeitsgott, Stadtgott von Ur, Sohn des Enlil. Seine Gattin ist Ningal, ihre Kinder sind Amar, Itar undAdad. Sin-leqe-unnini (Sinleke-unini, ~12.Jh.v.Chr.): Stammvater einer späteren Priesterfamilie in Uruk. Mutmaßlicher Verfasser der 12 Tafeln des Gilgamesch-Epos. Sumerer [sumerisch: Ki-engir / akkadisch: Shumerum ]: Ein Volk, das sich ca. 3500 vuZ am Euphrat nahe des Persischen Golfes ansiedelte und dort anderthalb
Jahrtausende die Herrschaft ausübte. Die Geschichte der Sumerer wurde
überwiegend aus Tontafeln, die in Keilschrift geschrieben sind, rekonstruiert.
Die berühmteste Zikkurat war der Tempelturm von Etemenanki,
bekannt als Turm zu Babel, am Tempel des Gottes Marduk in Babylon, der
von König Nabopolassar (625-605 vuZ) und seinem Sohn Nebukadnezar II.
wieder aufgebaut wurde. Die größten Ruinen sind die der Elamite-Zikkurat
in Choga Zambil Dur Untash (Iran), (3. Jahrhundert vuZ), die eine Grundfläche
von 102 m im Geviert besitzen. Die am besten erhaltenen Ruinen findet
man bei der Zikkurat von Nanna in Ur, die von Ur-Nammu (2113-2095 vuZ),
dem ersten König der 3. Dynastie von Ur, und seinem Sohn Shulgi (2095-2047
vuZ) erbaut und von Nabonidus (556-539 vuZ), dem letzten babylonischen
König vor der persischen Eroberung von Mesopotamien, vollständig umgestaltet
wurde.
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